Entwicklung des FAI-Moduls

FAI Modul

Es wird unterschieden zwischen einem: Pincer-FAI (= "Kneifzangen-Impingement", gekennzeichnet durch stärker übergreifende Pfannenränder und/oder Retrotorsion der Pfanne) und einem Cam-FAI (= "Nockenwellen-Impingement", knöcherne Vorsprünge (Bumps) am Kopf-Hals-Übergang mit Offsetstörung und Hüftkopfentrundung), die häufig auch als Mischform anzufinden sind. Unser neues FAI-Modul unterstützt Sie bei der präzisen Messung und Bewertung aller FAI Formen unter Verwendung verschiedener Röntgenaufnahmen (die korrekte Vorgehensweise wird für unsere Anwender ausführlich in der Röntgen- und Skalieranleitung beschrieben):

Beckenübersicht (anterior-posterior)
Nach dem Einzeichnen von Hüftgelenksmittelpunkt und Sitzbeintangente (als Referenzlinie) haben Sie zwei bei Bedarf miteinander kombinierbare Möglichkeiten:
1) Durch Einzeichnen der Konturen des vorderen und hinteren Pfannenrandes ("Crossing- Zeichen" bei Überkreuzung) kann eine Retroversion oder relativer Überstand des Pfannenrandes (meist anterolateral) festgestellt und dargestellt werden. Dies kann entweder auf eine Pfannendysplasie hindeuten, oder aber auf ein Pincer-FAI.
2) Durch Einzeichnen des lateralen Zentrum-Erker-Winkels nach Wiberg (CE-Winkel) kann bei Über- oder Unterschreiten des Normbereiches ein Pincer-FAI mit beurteilt bzw. eine Pfannendysplasie gemessen werden.

Faux-Profil-Aufnahme

Die Anfertigung einer Faux-Profil-Aufnahme empfiehlt sich immer. Wenn sich in der Becken- übersicht der Verdacht auf ein Crossing-Zeichen ergibt, können durch Ausmessen des anterioren CE-Winkels und Beurteilung der dorsalen Gelenkspaltweiten die unterschiedlichen Formen des Pincer-Impingements beurteilt werden (z.B. auch ein posteriores Impingement durch eine prominente Hinterwand).

Sowohl Pincer-FAI als auch die anterolaterale Überdachung (im Rahmen der Dysplasie- diagnostik) lassen sich mithilfe des anterioren CE-Winkels (VCA-Winkel) messen.

Axiale Aufnahme (z.B. Cross-Table oder Rippstein)

fai img3 enEine axiale Aufnahme empfiehlt sich zur Bewertung der Asphärizität des Hüftkopfes (Cam-FAI). Hierbei werden Alpha-Winkel und Kopf-Hals-Offset bestimmt.
Prinzipiell ist dieser Winkel in allen Hüftrotationsstellungen messbar und aussagekräftig, Standardebenen hierfür sind die Beckenübersicht (Pistolgrip-Deformität) sowie Lauenstein- und Rippstein-Aufnahmen.

Der Alpha-Winkel wird mit nur drei Klicks gemessen zwischen der Femurhalsachse sowie der Linie zwischen der Hüftgelenksmitte und dem Punkt, an dem die Kopfkontur die Sphärizität verlässt. Gleichzeitig wird mittels zweier Parallelen zwischen letzterem Punkt und der Tangente der anterioren Kopfkontur das Kopf-Hals-Offset bestimmt.

Eine Abweichung von den Normwerten des Alpha-Winkels und/oder des Kopf-Hals-Offset gilt als Indikator für das Cam-FAI.
Im Anschluss an die Messungen können Sie in der Planung die gewünschten Resektionen vornehmen und somit die anstehenden Maßnahmen prä- und post-operativ für Ihre Qualitätssicherung und zur Visualisierung während der Operation dokumentieren. mediCAD® unterstützt Sie hierbei mit allen gewohnten Funktionen und Möglichkeiten. Eine Kombination mit anderen Modulen, um z.B. Hüft-Implantate einzusetzen oder einem Beinlängenausgleich vorzunehmen, ist somit jederzeit problemlos möglich.

Das neue FAI-Modul erscheint in wenigen Wochen als Bestandteil der neuen mediCAD-Version 2.55 und wurde in enger Zusammenarbeit mit Dr. med. Wolfgang Zinser (St. Vinzenz Hospital, Dinslaken) entwickelt