Einbezug des Patienten

Digitale OP-Planung als Marketinginstrument

Einsatz von mediCAD® in der Praxis für operative Orthopädie und Traumatologie Priv.-Doz. Dr. med. Peter Keppler (Ulm)

Am Anfang stand die Frage der Dokumentation. Wie ließe sich die rechtlich geforderte präoperative Planung so durchführen, dass jeder Planungsschritt jederzeit nachvollziehbar bleibt? Bei der herkömmlichen Planung mit Bleistift und Schablone waren Probleme bei der Dokumentation nicht immer auszuschließen. Nicht mehr auffindbare oder schlecht lesbare Zeichnungen waren Beispiele. In dieser Situation entschied sich Priv.-Doz. Dr. med. Peter Keppler schon vor gut zehn Jahren für eine digitale Planungssoftware. Inzwischen steht in seiner Praxis für operative Orthopädie und Traumatologie in Ulm nicht mehr die elektronische digitale Dokumentation als größter Vorteil der digitalen OP-Planung im Vordergrund.

Wichtiger sind die größere Präzision, die höhere Zuverlässigkeit und der Zeitgewinn bei jeder OP. mediCAD Classic® der Landshuter Hectec GmbH hat sich in allen diesen Bereichen bestens bewährt. Dazu kommt ein Aufbau des Programms, der eine sehr intuitive Bedienung erlaubt – einfacher als bei vergleichbaren Produkten, so der Eindruck von P. Keppler. In Ulm wurde weder ein Handbuch noch eine Schulung benötigt, um mediCAD® effizient einzusetzen.

Die Anbindung an das GEMED-PACS-System, eine günstige längerfristige Finanzierung und die Garantie einer kontinuierlichen Wartung und Pflege waren weitere Entscheidungsgründe.

 

Implantatdatenbank zentral

An die Stelle der früheren Mappen mit 3-D-Schablonen tritt in mediCAD® die weltweit umfangreichste Datenbank für Implantate. Sie enthält 450.000 Templates in allen Größen von 105 international aktiven Implantatherstellern. Die Datenbank wird monatlich um weitere und erneuerte Implantatsysteme erweitert und aktualisiert. Fehlt im Einzelfall trotzdem ein Implantat, ergänzt hectec die Datenbank kostenlos. Auf Basis dieser Datenbank lassen sich Operationen in unterschiedlichen Varianten und mit verschiedenen Implantaten einfach simulieren, um die optimale Lösung zu finden. Eine intensivere Analyse jeder anstehenden OP ist möglich, ohne dass dies mehr Zeit als für die Planung einer einzigen Variante mit Röntgenbild, Pergamentpapier und Schablonen benötigt. Dauerte früher die Planung einer Variante etwa eine halbe Stunde, reichen jetzt circa zwei Minuten. Alle Planungen lassen sich direkt in das klinikeigene PACS-System übertragen und sind dann direkt im OP zu nutzen. Der gesamte Vorgang kann völlig papierlos ablaufen; jeder Schritt ist dabei automatisch revisionssicher gespeichert und dokumentiert.

Schneller und präziser

Die digitale Planung mit mediCAD® verbindet den Zeitgewinn mit höherer Präzision. Ein Beispiel ist der automatische Hinweis auf Anatomien, die in einer Planung außerhalb des Normbereichs liegen. Das Programm zeigt diese sofort an, der Operateur kann sofort entscheiden, wie er verfahren möchte. Insbesondere im Kniegelenk ist diese Präzision entscheidend dafür, wie sich das Implantat über einen längeren Zeitraum bewährt. Auch Achsenfehlstellungen werden klar erkannt und dokumentiert – ein wichtiger Punkt für eventuelle Haftpflichtfälle.

Bei Beinoperationen spielt eine Spezialität der eingesetzten Lösung eine wichtige Rolle: Es lassen sich beide Beine ausmessen und nebeneinander darstellen. Das macht es dem Operateur einfach, das „gesunde“ Bein als Referenz für die Korrektur zu nutzen.

Schließlich hat sich das Programm auch als ein hervorragendes Schulungsinstrument für Ärzte in der Ausbildung erwiesen. Es können verschiedene Varianten einer Achsenkorrektur geplant werden nach dem Motto „Was wäre wenn?“.

Mehr Patienten

Neben dem Gewinn bei der Qualität der Operation und dem deutlich geringeren Zeitaufwand bei der Planung wird das Verfahren auch immer mehr zu einem Merkmal, nach dem Patienten ihren Operateur auswählen. Die Erfahrungen in Ulm bestätigen, dass Patienten immer häufiger mehrere Meinungen vor ihrer Entscheidung für die Art einer Operation und den Operateur einholen. Mit der digitalen Planung kann diesen Patienten jeder Planungsschritt auf dem Bildschirm anschaulich dargestellt und erklärt werden. Dies vermittelt Sicherheit, schafft Vertrauen und erleichtert die Entscheidung. P. Keppler: „Speziell bei Achsenfehlstellungen und Deformitätenkorrekturen zahlt sich dies aus. Der Patient hat hier meist keinen so großen Leidensdruck wie bei Unfällen und ist an der gemeinsamen Planung vor dem Bildschirm sehr interessiert.“ Die deutliche Zunahme an Deformitätenkorrekturen in der Ulmer Praxis von etwa 80 in 2013 auf erwartete 120 in diesem Jahr führt P. Keppler auch auf diese Art des Einbezugs des Patienten zurück. Gleichzeitig entsteht auch eine Dokumentation, mit der sich spätere Klagen über eine fehlende oder unvollständige Aufklärung fundiert beantworten lassen. Leider ein immer häufiger werdendes Phänomen der Zeit.

„Ohne mediCAD® wäre ein Praxisbetrieb so nicht mehr möglich“, fasst P. Keppler seine Erfahrungen zusammen. Das Osteotomie-Modul für die unteren Extremitäten und die Simulation „vor der Operation, nach der Operation“ für den Patienten sind die wichtigsten Funktionen. Pro Sprechstunde werden zwei bis drei Planungen zusammen mit dem Patienten durchgeführt, insgesamt sind es jährlich etwa 400 Planungen. Etwa 80 Prozent beziehen sich auf Deformitäten und Korrekturen der unteren Extremitäten.

Auf einen Blick

- Größere Präzision, höhere Zuverlässigkeit und Zeitgewinn bei jeder OP inzwischen wichtiger als digitale Dokumentation.
- Anbindung an PACS, günstige Finanzierung und kontinuierliche Wartung und Pflege waren ausschlaggebend.
- Automatischer Hinweis auf Anatomien, die in einer Planung außerhalb des Normbereichs liegen und auf Achsenfehlstellungen.
- Gemeinsame Planung mit dem Patienten schafft Vertrauen zum Operateur.

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